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Gran Canaria - Gewitter aus Stein

Berge aus Blitz und Donner geformt, Monolithen, schroffe Felsen, zerklüftete Zacken, die aus dem zerfurchten Felsenmeer ragen, Schwindel erregende Schluchten und bizarre Klippen, von Wasser und Wind gestaltet - "Gewitter aus Stein", wie ein spanischer Schriftsteller die Landschaft im Inselinneren charakterisierte - auch das ist Gran Canaria, das neben dem Badestrand-Ballermann-Flair mit Kegeltour-Scharm an den stark besiedelten Küsten existiert.
Die zum Makaronesischen Archipel gehörende "Insel der Glückseligen" (griech: makarios - gesegnet/glücklich) präsentiert eine faszinierende, erhabene und sehr facettenreiche Szenerie. Es ist ein kleiner Kontinent, der unterschiedliche Landschaften und Vegetationszonen zu bieten hat. Zwischen der lieblich-fruchtbaren Küstenlandschaft im Norden, einer bizarren Steilküste im Westen und den trockenen Wüstenregionen im Süden erstreckt sich ein weites, nahezu 2000m hohes Bergland mit mächtigen Gipfeln, scheinbar bodenlosen Barrancos, Wäldern, Wiesen und Seen. Mittendrin leuchten kleine, verschlafene Dörfer in strahlendem Weiß und vom Horizont her grüßt der meist schneebedeckte Gipfel des Teide von Teneriffa durch die aufsteigenden Nebelschleier.

Im Dezember 2009 und 2013 habe ich auf Gran Canaria ausgedehnte Wanderungen unternommen. Einige Wegbeschreibungen habe ich auf gps-tour.info veröffentlicht.
Ich war am Altavista , dem sicherlich schönsten Aussichtspunkt der Insel. Dort schweift der Blick nach drei Seiten über tief eingeschnittene Barrancos mit Stauseen, über ausgedehnte Kiefernwälder und verträumte Ortschaften bis hin zum tiefblauen Meer. Am Inagua schlängelt sich der Wanderweg oberhalb der ca. 500 m senkrecht abfallenden Felswände an der Abbruchkante des Höhenzugs entlang und gewährt atemberaubende Ausblicke in den Süden und auf die zackigen Kämme der Güigüí-Berge.
Im Tal des fließenden Wassers, dem 15 km langen, tief eingeschnittenen Barranco de Guayadeque, in dem schon die Ureinwohner Gran Canarias - die Guanchen - lebten, gibt es zahlreiche Höhlenwohnungen und Grabstätten zu sehen. Auch zum Roque Nublo bin ich gewandert, der markanten Felsnadel im Zentralmassiv und Wahrzeichen der Insel. Dort, auf dem Plateau nahe des Felsens, liegt einem fast die gesamte die Insel zu Füßen.
Einige Fotos von Pflanzen sind im Jardín Botánico Canario aufgenommen, der mit mehr als 27 ha der größte botanische Garten Spaniens ist.
Fotos von meinen Wanderungen auf Gran Canaria gibt es hier: Dezember 2009 und Weihnachten 2013.