netzplatz von martin rösler
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Fuerteventura - Ozean der Stille

Der Badespaß-Sandhaufen mitten im Meer - Fuerteventura - besitzt neben den endlosen Sandstränden auch andere verlockende Seiten. Dem Baumeister Natur ist es auf dieser kanarischen Insel gelungen, eine grandiose Landschaftsarchitektur zu schaffen. Die bestechende plastische Klarheit der Formen aus gewachsenem Fels und erodierten Vulkanen und die einzigartige Farbenpracht der aus dem Erdinneren nach außen gekehrten versteinerten Konstruktionen mit einem Schimmer einer kaum wahrnehmbaren Vegetation lassen der Fantasie Spielraum für Träume.
Im Landesinneren verzaubern die sanft fließenden Formen der durch Wind und Wasser erodierten Feuerberge. Uralte schwarze Kegel, die sich aus den weiten, steinigen Ebenen erheben und die verschlungenen Linien der Sanddünen, die ein wogendes Ornament im Wüstenmeer bilden sind surreal anmutende Elemente einer Urgewalt der Erde. Der Antagonismus von Fels und Meer, der Widerstreit der schroffen, zerklüfteten Küste und der tosenden Brandung des tiefblauen Ozeans mit den weiß aufschäumenden Wellenkronen findet im Farbkontrast der Kontrahenten die Fortführung.
Unwirklich erscheint die Natur-Arena, wenn die Morgen- und Abendsonne prächtige Farbspiele auf die Stein- und Sandgiganten zaubert und alles in ein gold- bis feuerrotes Licht taucht. Meist verlassen und menschenleer bieten sich die weiten Täler und Hügel dem Wanderer dar, der oft weglos oder den historischen Ziegenpfaden folgend, die Szenerie der Insel erkundet.

Im Februar 2012 und auch im Dezember 2014 habe ich auf Fuerteventura lange Wanderungen unternommen und ein paar Bilder von der Insel mitgebracht. Auf der Halbinsel Jandía, ganz im Süden, bin ich durch das Gran Valle bis zur Playa de Cofete gewandert. Von Vega de Rio Palmas aus, habe ich der Wallfahrtskapelle Nuestra Señora de la Peña einen Besuch abgestattet und die Gran Montaña überquert. Die Robbeninsel Los Lobos habe ich erforscht und auch die Wüsten und Malpaíses der Insel habe ich durchstreift. Zum menschenleeren, jenseits der Berge gelegenen Traumstrand Barlovento habe ich eine Tour unternommen, die über einen Pass mit steilem Abstieg in den Norden der Halbinsel Jandía führt (Pfad in die Einsamkeit - zur Playa de Barlovento). Der einsame Strand mit den zahlreichen weißen Wellenkronen des anbrandenden Meeres und dem grandiosen Gebirgskamm im Hintergrund strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus.
Fotos von meinen Wanderungen auf Fuerteventura im Jahr 2012 gibt es hier und vom Dezember 2014 sind hier zu finden.