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El Hierro - die stille Insel am Ende der Welt

Auf El Hierro gibt keine Groß- und auch keine Kleinstädte, keine Industrie, keinen Massentourismus mit Hotel-Burgen, keine Ausgeh- und Biermeilen, keine Einkaufszentren, keine Kinos, keine Vergnügungsparks, keine Autobahnen, keinen Stau, keinen Lärm, keine Kriminalität und keinen Nepp.

Das klingt ziemlich langweilig, ist es aber nicht.

Auf El Hierro, der aus dem Feuer geborenen Insel am Ende der Welt, vor dessen Küsten Seeungeheuer vermutet wurden und strudelnde Abgründe jegliche Schiffe verschlingen sollten, gibt es stattdessen beeindruckende Naturlandschaften, Ruhe und Entspannung.

Es gibt ein paar verträumte Dörfer, eindrucksvolle Wanderwege, Vulkane und Lavafelder, gewaltige Bergformationen, steil abfallende, felsige Küsten und einsame Bergwälder mit knorrigen, verkrüppelten Kiefern und jahrhundertealten, mit dem Wind gewachsenen Wacholderbäumen. Auf dem in grün getauchten und oft vom Nebel umwogten Hochplateau bilden riesige Baumheiden und Lorbeerbäume einen verwunschenen Märchenwald.

Seit der Antike bis ins 19. Jahrhundert war "Ferro", wie die Insel damals bezeichnet wurde, der Referenzpunkt für das westliche Ende der bekannten Welt: Der Nullmeridian verlief durch den westlichsten Zipfel der Insel. Der Ferro-Meridian blieb für Jahrhunderte gebräuchlich und wurde erst 1884 nach Greenwich verlegt.

Die Insel El Hierro wurde im Jahr 2000 von der Unesco zum Biosphärenreservat deklariert und hat sich ihre beschauliche Ursprünglichkeit unbeschadet erhalten können.

Von meinen Wanderungen auf der Insel El Hierro im Jahr 2016 habe ich ein paar Fotos mitgebracht.